Archiv für den Monat: November 2018

Buchempfehlung November 2018

„Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe“ von Gilles Legardinier

Thomas Sellac ist Arzt und verlässt als junger Mann seine Heimatstadt Paris und seine Freundin, um die Ärmsten der Welt ärztlich zu versorgen. In den letzten acht Jahren lebte er in einem kleinen Bergdorf in Kaschmir (Indien) und fand dort neue Freunde, ja fast einen Familienersatz. Als Thomas erfährt, dass er eine zwanzigjährige Tochter hat, zieht es ihn in seine alte Heimat zurück. Er will unbedingt seine Tochter Emma kennenlernen und fragt sich, wie sie lebt und ob sie ihn je vermisst hat. Um in ihre Nähe zu kommen, nimmt er eine Stelle als Direktor in einem sehr merkwürdigen Seniorenheim an. Dort gibt es fünf eigenwillige Bewohner und die liebenswerte Schwester Pauline, die sich um alles kümmert. Die einzelnen Charaktere werden sehr liebevoll und warmherzig beschrieben. Die kleinen Zickigkeiten, mit denen sich die Senioren immer wieder gegenseitig aufziehen, werden sehr unterhaltsam und humorvoll dargestellt. Thomas leitet das Heim sehr einfühlsam und gibt bereitwillig alles, um Gutes zu tun. Im Gegenzug bringen ihm die Senioren so manche Lebensweisheit bei.

Das Hauptthema des Buches ist aber die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Thomas versucht auf recht merkwürdige Weise, seiner Tochter näher zu kommen. Anstatt den direkten Kontakt mit ihr aufzunehmen, beobachtet er sie permanent. Dieses stalkinghafte Verhalten wirkt dann auch manchmal unglaubwürdig und unrealistisch, aber es wird mit viel Gefühl und Herzlichkeit erzählt.

Dieser Wohlfühlroman ist ein wirkungsvolles Mittel gegen den Novemberblues.

Gilles Legardinier wurde 1965 geboren und begann nach nicht bestandenem Abitur seine Karriere in derFilmindustrie. Heute bezeichnet er sich als französischer Schriftsteller und hat schon mehrere Bestseller-Romane veröffentlicht. Seine Arbeiten wurden bereits in zwanzig Sprachen übersetzt.