Ostern 2020 im Zeichen von Corona

Gemeinsamer Brief des Bürgermeisters und der Ortsbürgermeister

 Liebe Salzhemmendorfer*innen, 

seit mehr als 14 Tagen bestimmt der Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus unser tägliches Leben. Die Kontaktbeschränkungen führen dazu, dass viele Geschäfte geschlossen haben, Freizeiteinrichtungen oder Gaststätten sind ebenfalls zu. Wir haben Einschränkungen bei der Arbeit oder können sogar nicht mehr unserem Beruf nachgehen. Bisher haben wir im Landkreis Hameln Pyrmont und speziell auch in unserer Gemeinde mit wenigen Infektionen zu tun. Damit dieser Trend sich fortsetzt, ist es wichtig Kontakte möglichst zu meiden, Abstand zu halten und am besten zu Hause zu bleiben. 

Viele Salzhemmendorfer engagieren sich für Hilfsbedürftige, Nachbarn oder Bekannte. Täglich sind sie in den Supermärkten im Einsatz, nähen Masken oder haben tolle Ideen durch diese Zeit zu kommen. Ihnen Allen gilt unser Dank. Ihr Einsatz für die Bewohner von Salzhemmendorf und an ihrem Arbeitsplatz verdient Respekt und Anerkennung. Es wird sich der Krise gestellt und Solidarität gelebt, diese tolle Gemeinschaft gibt uns Zuversicht. 

Der Flecken Salzhemmendorf unterstützt nach Kräften die Bemühungen, gut durch die Krise zu kommen. Beschlossen sind z.B. der Erlass der Krippengebühren für die Zeit der Schließung sowie die Beteiligung an der Soforthilfe für Unternehmen im Landkreis. Die Verwaltung und die Ortsbürgermeister sind für Sie erreichbar. Sprechen Sie uns gerne an. 

Wir wünschen Ihnen auf diesem Wege trotzdem ein schönes Osterfest. Genießen Sie die Tage im engsten Familienkreis mit ruhigen Stunden, bevor hoffentlich bald das Leben ohne Einschränkungen wieder durchstartet. 

Mit den besten Grüßen und bleiben Sie gesund 

Bürgermeister Clemens Pommerening 

Ortsbürgermeister Karsten Appold, Erich Weber, Friedrich Lücke, Torsten Hofer,  Thomas Hampe, Günter Rathing, und Karl-Heinz Grießner 

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„Die Nachtigall“ von Kristin Hannah

Im Zentrum der Geschichte stehen die beiden ungleichen Schwestern Vianne und Isabelle. Die Mädchen verlieren schon früh ihre Mutter und der Vater kommt mit seiner neuen Rolle als alleinerziehender Vater nicht zurecht. Er gibt die Geschwister in die Obhut einer lieblosen Frau.

Die ältere Vianne  heiratet sehr jung ihre große Liebe und gründet eine Familie. Sie führt ein beschauliches Leben auf dem Lande, lebt angepasst und geht eher ängstlich durchs Leben. Unterdessen fliegt die ungestüme und rebellische Isabelle von einem Internat nach dem anderen.

1940 marschieren die Deutschen in Paris ein. Der Vater schickt Isabelle gegen ihren Willen zu ihrer Schwester aufs Land. Viannes Mann wurde inzwischen eingezogen. Vianne ist von ihrer Angst wie gelähmt und hofft nur darauf, dass ihr Mann bald zurückkommt.

Dann wird auch noch ein deutscher Offizier bei Vianne einquartiert. Sie versucht weiterhin unauffällig zu leben, um ihre Tochter und sich selbst zu schützen. Isabelle will die Besatzung durch den Feind nicht klaglos erdulden und schließt sich heimlich dem Widerstand an.

Dann werden die ersten Judentransporte organisiert und Viannes beste Freundin soll deportiert werden. So wird es auch für Vianne Zeit, Stellung zu beziehen.

Kirstin Hannah beschreibt sehr eindrücklich den alltäglichen Schrecken während des Zweiten Weltkrieges, der sich erst langsam und kaum merkbar in das tägliche Leben schlich und es schließlich ganz bestimmte.

Ein sehr empfehlenswerter Roman.

Kristin Hannah

ist am 25. September 1960 in Garden Grove in Kalifornien geboren. Sie wuchs zusammen mit zwei jüngeren Geschwistern auf. Sie studierte Jura und arbeitete als Rechtsanwältin in Seattle. Heute lebt sie mit ihrem Sohn und ihrem Mann auf einer kleinen Insel im Pazifik.

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„Wenn Martha tanzt“ von Tom Saller

Martha wird 1900 in Pommern, in Türnow nahe der polnischen Grenze geboren. Sie verlebt eine glückliche Kindheit und wächst in einer Musikerfamilie auf. Ihr Vater ist Kapellmeister und jeden Tag wird zusammen mit vielen Musikern im Haus musiziert. Der Musiker Wolfgang kümmert sich viel um Martha und entdeckt ihre besondere Begabung: Martha kann Musik in Formen und Farben „sehen“. Mit 19 Jahren geht sie nach Weimar, um am Bauhaus ihre künstlerischen Talente zu ergründen. Hier entdeckt Martha den Ausdruckstanz für sich und erringt so die Bewunderung und den Respekt der Bauhausmitglieder. Sie arbeitet mit Oskar Schlemmer an der Visualisierung seines Triadischen Balletts. Immer mit dabei ist ein Notenheft, das Martha als Notizheft und Tagebuch gebraucht. In diesem Heft hinterlassen Bauhauskünstler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger ihre Zeichnungen, Entwürfe und Studien von der tanzenden Martha. Selbst Walter Gropius wird auf sie aufmerksam.

Nachdem das Bauhaus Mitte der 1920er Jahre von den Nazis geschlossen wird, kehrt Martha mit einem Kind im Arm nach Hause zurück. Sie heiratet ihren Jugendfreund Johann und gründet mit ihm zusammen eine Tanzschule. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges versucht Martha mit ihrer Tochter nach Amerika zu fliehen. Auf der Flucht wird Martha von ihrer Tochter getrennt.

Viele Jahre später findet Thomas Wetzlaff Marthas Notizbuch im Nachlass seiner Großmutter und versteigert es im September 2001 bei Sotheby´s. Eine Sensation für die Kunstszene. Die geheimnisumwobene Käuferin des Buches möchte Thomas gern kennenlernen…

Der Roman lässt sich gut lesen, hat eine schnörkellose Sprache (eben ganz Bauhausstil) und ist berührend aber auch spannend geschrieben.

Tom Saller

Der im Jahr 1967 geborene deutsche Autor arbeitet seit dem Abschluss seines Medizin-Studiums in der Nähe von Köln als Psychotherapeut. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er als Saxofonist in einer Jazz-Combo und als Schriftsteller aktiv.