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„Als die Tage nach Zimt schmeckten“ von Donia Bijan

In diesem Roman wird anhand der Familiengeschichte des Iraners Zod der Wandel in der persischen Kultur in den vergangenen etwa 100 Jahren geschildert. Zods Eltern fliehen vor den Bolschewiken aus Russland nach Teheran und bauen sich dort mit dem „Café Leila“ eine neue Existenz auf. Das Café bietet eine exklusive persische Küche und entwickelt sich zum Zufluchtspunkt für viele Iraner. Es wird zum Mittelpunkt von Zods Leben und seiner Familie. Auch zu Zeiten der Monarchie und der islamischen Republik führt Zod das Café weiter.
Der politische und religiöse Wandel hält einen harten Schicksalsschlag für Zod bereit und er sieht sich gezwungen, seinen Sohn und seine Tochter Noor ins sichere Exil nach Amerika zu schicken. Dort lässt Noor sich zur Krankenschwester ausbilden, heiratet einen Herzchirurgen und bekommt eine Tochter.
30 Jahre später verlässt Noor kurz entschlossen ihren Ehemann, der sie betrogen hat, und reist zusammen mit ihrer pubertierenden Tochter Lily zu ihrem kranken Vater Zod zurück. Lily will nicht nach Teheran und macht es ihrer Mutter schwer. In Freiheit aufgewachsen ist die fremde Kultur, wo Frauen keine Rechte haben, ein Schock für sie.

Die Verknüpfung von Hintergrundinformationen über Land und Kultur und unterhaltsamer, anrührender Familiengeschichte ist der Autorin gut gelungen. Der Roman wird in einer schönen Sprache gefühlvoll und lebendig erzählt.

Donia Bijan ist eine iranische Autorin. Als 16-jährige kam sie mit ihren Eltern aus dem Iran in die USA. Dort studierte sie französische Literatur an der UC Berkeley.
Später besuchte sie die Kochschule „Le Cordon Bleu“ in Paris.Heute lebt Donia Bijan in San Francisco, führt ein eigenes Restaurant und schreibt Bücher.

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