Archiv der Kategorie: Ortsbücherei

Buchempfehlung Februar 2020

„Wenn Martha tanzt“ von Tom Saller

Martha wird 1900 in Pommern, in Türnow nahe der polnischen Grenze geboren. Sie verlebt eine glückliche Kindheit und wächst in einer Musikerfamilie auf. Ihr Vater ist Kapellmeister und jeden Tag wird zusammen mit vielen Musikern im Haus musiziert. Der Musiker Wolfgang kümmert sich viel um Martha und entdeckt ihre besondere Begabung: Martha kann Musik in Formen und Farben „sehen“. Mit 19 Jahren geht sie nach Weimar, um am Bauhaus ihre künstlerischen Talente zu ergründen. Hier entdeckt Martha den Ausdruckstanz für sich und erringt so die Bewunderung und den Respekt der Bauhausmitglieder. Sie arbeitet mit Oskar Schlemmer an der Visualisierung seines Triadischen Balletts. Immer mit dabei ist ein Notenheft, das Martha als Notizheft und Tagebuch gebraucht. In diesem Heft hinterlassen Bauhauskünstler wie Paul Klee, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger ihre Zeichnungen, Entwürfe und Studien von der tanzenden Martha. Selbst Walter Gropius wird auf sie aufmerksam.

Nachdem das Bauhaus Mitte der 1920er Jahre von den Nazis geschlossen wird, kehrt Martha mit einem Kind im Arm nach Hause zurück. Sie heiratet ihren Jugendfreund Johann und gründet mit ihm zusammen eine Tanzschule. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges versucht Martha mit ihrer Tochter nach Amerika zu fliehen. Auf der Flucht wird Martha von ihrer Tochter getrennt.

Viele Jahre später findet Thomas Wetzlaff Marthas Notizbuch im Nachlass seiner Großmutter und versteigert es im September 2001 bei Sotheby´s. Eine Sensation für die Kunstszene. Die geheimnisumwobene Käuferin des Buches möchte Thomas gern kennenlernen…

Der Roman lässt sich gut lesen, hat eine schnörkellose Sprache (eben ganz Bauhausstil) und ist berührend aber auch spannend geschrieben.

Tom Saller

Der im Jahr 1967 geborene deutsche Autor arbeitet seit dem Abschluss seines Medizin-Studiums in der Nähe von Köln als Psychotherapeut. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er als Saxofonist in einer Jazz-Combo und als Schriftsteller aktiv.

Buchempfehlung Januar 2020

3 Sekunden

Piet Hoffmann führt ein Doppelleben. Einerseits ist er ein liebender und fürsorglicher Familienvater, der alles für seine Frau und seine zwei Söhne tun würde. Im anderen Leben ist er ein eiskalt kalkulierender Undercover-Agent der schwedischen Polizei – mit Decknamen „Paula“ – und infiltriert die polnische Mafia. Er versucht die Balance zwischen beiden Seiten zu finden und sich selbst dabei nicht zu verlieren. Als Undercover-Agent hat er es geschafft, die polnische Mafia zu unterwandern und sich in deren Kreisen einen Namen zu machen. Von der Mafia erhält er einen gefährlichen Auftrag: In einem Hochsicherheits-gefängnis soll er die Drogengeschäfte an sich reißen. Die schwedische Polizei sieht hier die Chance, den Drogenring endgültig zu zerschlagen. Piet Hoffmann weiß, dass er im Gefängnis auf sich allein gestellt ist, dass er in nur 3 Sekunden tot sein kann, wenn seine Deckung auffliegt. Deshalb macht er einen Plan, den nur er kennt. In dieser Extremsituation übernimmt seine Rolle als Paula immer mehr die Kontrolle, macht ihn härter und lässt ihn zunehmend zu dem Kriminellen werden, der er sein muss, um zu überleben.

Der Einstieg in den Thriller fällt nicht leicht, denn der Schreib- und Erzählstil ist sehr ungewöhnlich. Es ist eine Herausforderung der Geschichte zu folgen, was das Lesen oft anstrengend macht. Dennoch wird eine Spannung aufgebaut und die Autoren verstehen es, den Leser zu fesseln und neugierig auf die zwei Folgebände zu machen: „3 Minuten“ und „3 Stunden“.

Anders Roslund/Berge Hellström

Anders Roslund, geboren 1961, ist ein anerkannter Fernsehjournalist und preisgekrönter Dokumentarfilmer. Er leitete lange Jahre die Culture News auf Kanal 1 des schwedischen Fernsehens und arbeitet heute als freier Autor und Journalist.

Berge Hellström, geboren 1957, ist freier Autor und Berater in mehreren schwedischen Fernsehsendungen zum Thema Drogenabhängigkeit und Jugendliche im Strafvollzug.

Offener Lesekreis am 24. Februar 2020

Herzlich willkommen im Lesekreis der Ortsbücherei Wallensen. Sie lesen gern und haben Lust, sich mit anderen über ein gelesenes Buch auszutauschen? Dann sind Sie bei uns richtig!

Der Kreis trifft sich ca. alle 6 Wochen nach Vereinbarung. Dann wird über das verabredete Buch, das jeder für sich gelesen hat, in zwangloser Runde gesprochen. Jeder ist willkommen, der gern mal teilnehmen möchte.

Das nächste Lesekreistreffen findet am Montag, den 24. Februar 2020 um 18.30 Uhr im Haus an der Stadtmauer statt. Gesprochen wird dann über das Buch „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky.

Wir freuen uns auf viele Lese- und Gesprächsinteressierte.

Das Büchereiteam