Archiv der Kategorie: Ortsbücherei

Buchempfehlung Oktober 2019

Marienfelde

Der Roman „Marienfelde“ handelt vom Leben im zweigeteilten Berlin der 50er und 60er Jahre. Die 16jährige Sonja beendet die Schule in Westberlin, möchte jetzt die Handelsschule besuchen und später ein eigenes Kosmetikstudio eröffnen. Der Krieg ist endlich vorbei und das Wirtschaftswunder bringt Deutschland voran. Sonjas Eltern betreiben ein erfolgreiches, kleines Fuhrunternehmen und bekommen von einem Autohersteller das Angebot, ein Autohaus zu führen. Das expandierende Unternehmen braucht einen Nachfolger und so folgt Sonja dem Willen der Eltern und besucht eine Bräuteschule am Wannsee. In diesem Internat lernt sie Etikette, Haushaltsführung, Kochen, Gärtnern, Babypflege und bekommt Tanz- und Benimmunterricht. Sie soll zur perfekten Ehefrau erzogen werden und dem idealen Frauenbild dieser Zeit entsprechen damit sie einen guten Ehemann findet.

Während es in Westdeutschland aufwärts geht, lebt Sonjas Onkel in Ostberlin, ist glühender SED-Anhänger und setzt sich für ein freies und gerechtes Deutschland ein. Immer wieder erzählt er von den Vorzügen des Sozialismus. Am 17. Juni 1953 fährt Sonja nach Ostberlin und nimmt an der Demonstration teil. Schockiert und entsetzt über ihre dortigen Erlebnisse kehrt sie nach Westberlin zurück. Doch bei dem Arbeiteraufstand hat sie die Krankenschwester Ulla kennengelernt, die in dem Notaufnahmelager Marienfelde für DDR-Exilanten arbeitet. Sonja besucht Ulla dort und ist fasziniert von deren Arbeit.

Jahre sind vergangen, Sonja ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet in Marienfelde, sehr zum Missfallen ihres Mannes.

Corinna Mell hat einen unterhaltsamen, leicht zu lesenden, berührenden Roman geschrieben, der uns ein Stück deutscher Geschichte nahe bringt.

Corinna Mell

Der Roman „Marienfelde“ handelt vom Leben im zweigeteilten Berlin der 50er und 60er Jahre. Die 16jährige Sonja beendet die Schule in Westberlin, möchte jetzt die Handelsschule besuchen und später ein eigenes Kosmetikstudio eröffnen. Der Krieg ist endlich vorbei und das Wirtschaftswunder bringt Deutschland voran. Sonjas Eltern betreiben ein erfolgreiches, kleines Fuhrunternehmen und bekommen von einem Autohersteller das Angebot, ein Autohaus zu führen. Das expandierende Unternehmen braucht einen Nachfolger und so folgt Sonja dem Willen der Eltern und besucht eine Bräuteschule am Wannsee. In diesem Internat lernt sie Etikette, Haushaltsführung, Kochen, Gärtnern, Babypflege und bekommt Tanz- und Benimmunterricht. Sie soll zur perfekten Ehefrau erzogen werden und dem idealen Frauenbild dieser Zeit entsprechen damit sie einen guten Ehemann findet.

Während es in Westdeutschland aufwärts geht, lebt Sonjas Onkel in Ostberlin, ist glühender SED-Anhänger und setzt sich für ein freies und gerechtes Deutschland ein. Immer wieder erzählt er von den Vorzügen des Sozialismus. Am 17. Juni 1953 fährt Sonja nach Ostberlin und nimmt an der Demonstration teil. Schockiert und entsetzt über ihre dortigen Erlebnisse kehrt sie nach Westberlin zurück. Doch bei dem Arbeiteraufstand hat sie die Krankenschwester Ulla kennengelernt, die in dem Notaufnahmelager Marienfelde für DDR-Exilanten arbeitet. Sonja besucht Ulla dort und ist fasziniert von deren Arbeit.

Jahre sind vergangen, Sonja ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet in Marienfelde, sehr zum Missfallen ihres Mannes.

Corinna Mell hat einen unterhaltsamen, leicht zu lesenden, berührenden Roman geschrieben, der uns ein Stück deutscher Geschichte nahe bringt.

Corinna Mell

wurde Ende der Fünfzigerjahre in der Nähe von Osnabrück geboren. Sie lebt heute als freie Autorin in Berlin und in der Nähe von Köln. Ihre Begeisterung für Geschichte und Soziologie hat sie zu diesem Roman inspiriert.

wurde Ende der Fünfzigerjahre in der Nähe von Osnabrück geboren. Sie lebt heute als freie Autorin in Berlin und in der Nähe von Köln. Ihre Begeisterung für Geschichte und Soziologie hat sie zu diesem Roman inspiriert.

Buchempfehlung September 2019

„Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

Der Roman zeigt anhand von drei verschiedenen Familiengeschichten auf welche Katastrophe die Menschheit gerade zusteuert, wenn nicht endlich ein Umdenken stattfindet. Durch die Bienen sind die Schicksale der drei Familien miteinander verbunden, wie, wird erst am Ende des Romans klar.

1852 in England: Der Samenhändler und Biologe William leidet an schweren Depressionen, ausgelöst durch die Ablehnung seines Mentors, und ist bettlägerig. Für seine Frau, sieben Töchter und einen Sohn kann er lange Zeit nicht mehr sorgen. Doch dann erfindet er den perfekten Bienenstock. Nur seine Tochter Charlotte, die seine Liebe zu den Bienen teilt, unterstützt ihn.

USA im Jahr 2007: George ist Imker und hat eine Honigfarm. Er hält seine Bienen zur Honigproduktion und fährt mit ihnen durch das Land, um Obst- und Nutzpflanzen zu bestäuben. George will das Erbe  für seinen einzigen Sohn vergrößern, doch der möchte lieber Journalismus studieren. Plötzlich sterben die Bienen, und keiner weiß warum.

2098 in China: Tao ist Pflanzenbestäuberin, denn Bienen gibt es nicht mehr. Die Bestäuber arbeiten hart, sind trotzdem arm und haben nur wenig zu essen. Ohne Bienen kann der Mensch nur schwer überleben. Futterpflanzen für die Fleischproduktion und Milchprodukte gibt es nicht mehr, landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Mangelware. Bei einem Ausflug passiert ihrem dreijährigen Sohn ein Unfall und er fällt ins Koma. Er kommt ins Krankenhaus und verschwindet kurz darauf spurlos. Taos Leben verändert sich, sie gibt die verzweifelte Suche nach ihrem Sohn nicht auf.

Maja Lunde hat eine poetische, flüssige und sehr bildhafte Schreibweise. Man erfährt sehr viel über die Bienen. Der Roman ist informativ, interessant und absolut lesenswert.

Maja Lunde

Die norwegische Roman- und Drehbuchautorin wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Ehemann und drei Söhnen lebt. Sie studierte Literatur-, Medien- und Kommunikationswissenschaften und arbeitete für norwegische Filmfestivals, Kulturveranstaltungen und Filmmuseen. Ihr Durchbruch als Romanautorin erfolgte 2012 mit einem Kinderbuch.

Buchempfehlung August 2019

Als das Leben vor uns lag

„Als das Leben vor uns lag“ ist ein spanischer, preisgekrönter Roman mit fünf starken Frauenfiguren. In einem katholischen Klosterinternat schließen sich fünf sehr unterschiedliche, 14-jährige Mädchen als Freundinnen zusammen. Die Nonnen der Klosterschule sind streng und so sind Heimlichkeiten, Schuldgefühle, Strafen und die Verleugnung der Körperlichkeit an der Tagesordnung. Manchmal verstecken sich die Mädchen abends, um ein selbst erfundenes Pfänderspiel zu spielen. Meistens brauchen die Mädchen viel Mut, um die Aufgaben dieses Spieles zu bewältigen, da hierbei oft die Regeln der Klosterschule gebrochen werden. An einem letzten gemeinsamen, verhängnisvollen Abend im Sommer 1950 endet das Spiel für das Waisenmädchen Julia tragisch. Kurz darauf trennen sich die Mädchen und verlieren sich für viele Jahre aus den Augen.

Nach über 30 Jahren planen sie ein Wiedersehen und verabreden sich zu einem Essen. Nach den ersten Unterhaltungen mit reichlich Alkohol wird das alte Pfänderspiel wieder neu aufgelegt. Jetzt gestaltet sich der Abend aufregend und es kommen Geheimnisse, Wünsche und Träume  der anwesenden Frauen ans Licht. So unterschiedlich die Geschichten und Rollenbilder der Frauen auch sind, eines haben sie gemeinsam: Alle stehen in der Mitte ihres Lebens und befinden sich gerade in einer Phase des Umbruchs, der Veränderungen und des Neuanfangs. Sie emanzipieren sich, nehmen ihr Leben selbst in die Hand, Schuld wird aufgearbeitet und Vergebung gewährt. Die Schicksale der Frauen stehen parallel zu den bahnbrechenden Entwicklungen in ihrem Land. Die politische Entwicklungen Spaniens nach Franco und die Einführung des Scheidungsgesetzes kommen genauso zur Sprache wie die Wahrnehmung der Beatles und der Hochzeit von Lady Diana und Charles.

Ein sehr gut zu lesender und bewegender Roman.

Care Santos

wurde 1970 in Mataró, Spanien geboren. Sie ist eine der meistgelesenen Autorinnen ihres Landes und hat über 30 Bücher für Jugendliche und Erwachsene veröffentlicht. Ihre Arbeit wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Barcelona. Care Santos  veranstaltet literarische Seminare und arbeitet als Literaturkritikerin für die Tageszeitung El Mundo.