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Buchempfehlung August 2019

Als das Leben vor uns lag

„Als das Leben vor uns lag“ ist ein spanischer, preisgekrönter Roman mit fünf starken Frauenfiguren. In einem katholischen Klosterinternat schließen sich fünf sehr unterschiedliche, 14-jährige Mädchen als Freundinnen zusammen. Die Nonnen der Klosterschule sind streng und so sind Heimlichkeiten, Schuldgefühle, Strafen und die Verleugnung der Körperlichkeit an der Tagesordnung. Manchmal verstecken sich die Mädchen abends, um ein selbst erfundenes Pfänderspiel zu spielen. Meistens brauchen die Mädchen viel Mut, um die Aufgaben dieses Spieles zu bewältigen, da hierbei oft die Regeln der Klosterschule gebrochen werden. An einem letzten gemeinsamen, verhängnisvollen Abend im Sommer 1950 endet das Spiel für das Waisenmädchen Julia tragisch. Kurz darauf trennen sich die Mädchen und verlieren sich für viele Jahre aus den Augen.

Nach über 30 Jahren planen sie ein Wiedersehen und verabreden sich zu einem Essen. Nach den ersten Unterhaltungen mit reichlich Alkohol wird das alte Pfänderspiel wieder neu aufgelegt. Jetzt gestaltet sich der Abend aufregend und es kommen Geheimnisse, Wünsche und Träume  der anwesenden Frauen ans Licht. So unterschiedlich die Geschichten und Rollenbilder der Frauen auch sind, eines haben sie gemeinsam: Alle stehen in der Mitte ihres Lebens und befinden sich gerade in einer Phase des Umbruchs, der Veränderungen und des Neuanfangs. Sie emanzipieren sich, nehmen ihr Leben selbst in die Hand, Schuld wird aufgearbeitet und Vergebung gewährt. Die Schicksale der Frauen stehen parallel zu den bahnbrechenden Entwicklungen in ihrem Land. Die politische Entwicklungen Spaniens nach Franco und die Einführung des Scheidungsgesetzes kommen genauso zur Sprache wie die Wahrnehmung der Beatles und der Hochzeit von Lady Diana und Charles.

Ein sehr gut zu lesender und bewegender Roman.

Care Santos

wurde 1970 in Mataró, Spanien geboren. Sie ist eine der meistgelesenen Autorinnen ihres Landes und hat über 30 Bücher für Jugendliche und Erwachsene veröffentlicht. Ihre Arbeit wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Barcelona. Care Santos  veranstaltet literarische Seminare und arbeitet als Literaturkritikerin für die Tageszeitung El Mundo.

Buchempfehlung Juli 2019

ORIGIN

Harvard-Professor  Robert Langdon nimmt im Guggenheim Museum in Bilbao (Spanien) an einer Veranstaltung des weltberühmten Wissenschaftlers und Multimilliardärs Edmund Kirsch teil. Kirsch ist Atheist, Futurologe, Spieltheoretiker , Computer-Wissenschaftler und ehemaliger Student Langdons. In seiner Präsentation will Kirsch seine bahnbrechende, alles verändernde Entdeckung vorstellen: Die Beantwortung der Fragen woher wir kommen und wohin wir gehen. Diese Forschungsarbeit soll die Wissenschaft in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen, aber auch das Ende aller Religionen vorhersagen. Seine Entdeckung löst bei Kirchenvertretern Entsetzen aus, sie sehen unser heute gültiges Weltbild bedroht. Überraschend wird Kirsch am Anfang seiner Präsentation erschossen. Langdon sieht sich in der Pflicht, die Ermordung aufzudecken und das Geheimnis des Wissenschaftlers zu lüften, um es der gesamten Welt zugänglich zu machen. Zusammen mit der Museumsdirektorin Ambra Vidal, der Verlobten des spanischen Prinzen, die mit Kirsch die Veranstaltung vorbereitet hatte, flieht Langdon aus dem Museum, um das 47-stellige Passwort für die Präsentation ausfindig zu machen. Ihre Suche bringt sie in Lebensgefahr und sie werden von Killern verfolgt. Unterstützt werden sie auf ihrer Flucht von „Winston“, einer von Kirsch erschaffenen, künstlichen Intelligenz.

In dem Roman geht es um Themen wie die Herausforderungen neuer Technologien, den fortwährenden Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft, die Faschismusgeschichte Spaniens, katalanische Architektur und Kunstgeschichte.

Dan Brown führt seine Leser an außergewöhnliche Schauplätze, die er bildlich und atmosphärisch beschreibt. Er schafft es, komplexe wissenschaftliche, technische und religiöse Zusammenhänge anschaulich zu erläutern. Alles wurde hervorragend recherchiert.

Dan Brown wurde am 22.Juni 1964 in Exeter (New Hampshire, USA) geboren. Nach dem Hochschulabschluss für Englisch und Spanisch begann er eine Karriere als Sänger und Liedermacher. Nebenbei arbeitete er als Lehrer und betrieb kunsthistorische Studien. 1996 wandte sich Brown hauptberuflich der Schriftstellerei zu. Der Durchbruch gelang ihm 2003 mit dem Roman „The Da Vinci Code – Sakrileg“. Dan Brown ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Neuengland.

Buchempfehlung Juni 2019

Nächte, in denen Sturm aufzieht

Liza flieht mit ihrer Tochter Hannah vor ihrer Vergangenheit aus England zu ihrer Tante Kathleen nach Silver Bay an die Küste Australiens. Kathleen führt hier ein kleines, bereits in die Jahre gekommenes Hotel, das nicht mehr so gut läuft. Doch genau hier findet die oft traurige und verschlossene Liza Zuflucht. Ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit hat ihr Wesen verändert. Liza fährt täglich mit dem Boot raus auf´s Meer und bietet für die wenigen Touristen Wal- und Delfinbeobachtungstouren an. Diese Beobachtungstouren sind die  größte Einnahmequelle der Bewohner der kleinen Bucht. Sehr einfühlsam wird das Leben in Silver Bay beschrieben. Hier gehen die Uhren noch anders. Es ist ein ruhiger Ort mit unberührten Stränden in einer naturbelassenen Gegend und der Zusammenhalt der kleinen Gemeinde ist groß.

Interessante Hintergrundinformationen gibt es zu den großen Meeressäugern und das Thema Natur- und Tierschutz kommt nicht zu kurz.

Doch diese beschauliche Idylle gerät plötzlich in Gefahr. Der Workaholic Mike Dormer fliegt von London nach Australien, um sich die genaue Lage von Silver Bay anzusehen. Hier plant die Firma seines zukünftigen Schwiegervaters den Bau eines großen Luxushotels mit Wassersportanlage. Das wollen die Einheimischen verhindern.

Die Autorin lässt in jedem Kapitel einen anderen der Hauptprotagonisten die Geschichte aus seiner Sicht in Ich-Form erzählen. So lernt man auch die Gedanken eines jeden kennen und erhält unterschiedliche Sichtweisen. Jojo Moyes schreibt bildhaft und lebendig allerdings mit wenigen Überraschungen. Vieles ist vorhersehbar. Bei diesem Roman handelt es sich um ein frühes Werk der Autorin, das im Jahr 2008 unter dem Titel „Dem Himmel so nah“ erschienen ist und jetzt neu verlegt wurde. 

Jojo Moyes wurde 1969 geboren, hat Journalistik studiert und für die „Sunday Morning Post“ in Hongkong und den „Independent“ in London gearbeitet. Der Roman „Ein ganzes halbes Jahr“ machte sie international zur Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf dem Land in Essex.